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Bürgermedien

Bürgermedien in Thüringen

Die Medien der Zivilgesellschaft

Seit 25 Jahren lizenziert und beaufsichtigt die TLM private Rundfunkveranstalter im Freistaat. Fast genauso lang ist sie für nichtkommerzielle, lokale Bürgermedien zuständig. Die neun Thüringer Bürger- und Ausbildungssender sichern neben den öffentlich-rechtlichen Rundfunkprogrammen des MDR und den landesweiten Privatradioprogrammen als eines von drei Lokalmedien die pluralistische Berichterstattung in den Städten und Gemeinden Thüringens.

Mit Blick auf den gesellschaftlichen Stellenwert von Bürgermedien belegt Thürin-gen im bundesweiten Vergleich einen Spitzenplatz. Dieser begründet sich durch die gesetzliche Verankerung im Thüringer Landesmediengesetz (ThürLMG) und der damit fest verbundenen Institutionalisierung der Sender sowie durch die Höhe der finanziellen Unterstützung.

Im Thüringer Landesmediengesetz (ThürLMG) wird den Bürgermedien ein Funktionsdreiklang, bestehend aus Partizipation, lokaler Information und Medienbildung, fest zugeschrieben. Ein zentrales Argument der Bürgermedien tritt nun stärker hervor, das Programm. Akzeptanz und Unterstützungsbereitschaft vor Ort sind auch von den Inhalten bestimmt.

Einen Großteil der mit dem Betrieb der Bürgerradios verbundenen Kosten über-nimmt die TLM, die rund zwei Millionen Euro jährlich – und damit etwa die Hälfte ihres Gesamtetats – für die Finanzierung der Bürgermedien sowie des Thüringer Medienbildungszentrums der TLM in Erfurt und in Gera ausgibt.

Programminhalte

Für die Bürgerradios sieht der Gesetzgeber vor, dass diese mit ihren Sendungen und Beiträgen aktiv zur Meinungsvielfalt vor Ort beitragen. Die daran anknüpfenden Lizenzauflagen der TLM konkretisieren, dass täglich, in sieben Stunden 20 Prozent lokale Information gesendet werden müssen. Dies sind mindestens 84 Minuten jeden Tag. Die kontinuierlichen Programmanalysen der TLM zeigen, dass die Bürgersender die lokalen Themen ihrer Region aufgreifen, diese aus verschiedenen Blickwinkeln thematisieren und so ihrer Aufgabe gerecht werden.Die letzte Programmanalyse wurde 2014 präsentiert.

Reichweiten

Bei der Bewertung der Relevanz der Bürgermedien ist auch die Anzahl der Rezipienten entscheidend. Denn, die in den Programmen dargebotene Themen- und Meinungsvielfalt bekommt erst dann gesellschaftliche Zugkraft, wenn die Sendungen und Beiträge ihren Weg zu den Hörern und Zuschauern finden. Die gegenwärtige Reichweitenanalyse belegt den hohen Stellenwert der Thüringer Bürgermedien. Mehr als 650.000 Einwohner über 14 Jahre kennen ihren Bürgersender, wobei 380.000 von ihnen diesen auch empfangen können. Knapp ein Drittel (119.500) gehören zum Weitesten Seher- bzw. Hörerkreis (WSK/WHK) und rezipieren regelmäßig das Programm.

Qualitätsentwicklung

Damit die Thüringer Bürgersender ihrem Funktionsauftrag bestehend aus chancengleichem Zugang, lokaler Information und Medienbildung adäquat gerecht werden, betreibt die TLM in Zusammenarbeit mit den Bürgerradios den Prozess der Qualitätsentwicklung. Ziel ist es, im Zuge der kontinuierlichen Veränderungen von Medien und Gesellschaft die Arbeit der Bürgersender zu reflektieren, zu konzipieren und zu evaluieren. Die Philosophie, die hinter diesem Verfahren steht, ist im Band 23 der TLM-Schriftenreihe „Qualitätsentwicklung in Bürgermedien“ publiziert.

Weitere Information zu den Bürgermedien sind der Broschüre „Bürgermedien in Deutschland“, der Festschrift „Vom Urknall zur Vielfalt – 30 Jahre Bürgermedien in Deutschland“, der up²date 10/2016  „Bürgermedien in Thüringen“ und dem Newsletters des Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) zum Schwerpunktthema „Engagementpolitik“ zu entnehmen.

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